Donnerstag, 1. Februar 2018

Rodgau 50 - Six In A Row

Alte Liebe rostet nicht und ich bin verliebt in den Rodgau50-Ultramarathon. Nicht nur weil dort alles begann, sondern weil es auch immer so weiter geht.
Das Programm ist einfach und schnörkellos: Du musst den Winter über die Grundlagenausdauer trainieren und hast wenig keine Chance viel auf der faulen Haut zu liegen. Dazu noch einige Einheiten um gezielt Reize zu setzen, an Weihnachten keine nicht allzu viele Plätzchen essen und dem Alkohol entsagen ab und zu ein NEIN entgegen zu schmettern und dann stehst du auch schon wieder an der Startlinie.
Eigentlich habe ich erst 2 Minuten vor dem Start wirklich realisiert, dass es schon wieder los geht und erneut 50 km vor mir liegen.
Beim Start reihe ich mich zusammen mit meinem Laufpartner Olli relativ weit vorne ein und kann somit sehr locker und ohne Überholstress und Zick-Zack Laufen mein Renntempo finden.
Die ersten 20 km vergehen wie immer ganz unaufgeregt, dafür habe ich ja auch trainiert.



Auf der fünften Runde aber kommt etwas Ungewohntes: Mein Magen fängt an zu kneifen und es dauert fast 10 km, bis ich mich entscheiden kann, ob ich jetzt zu wenig oder zu viel gegessen habe.
Erst die abenteuerliche Kombination von Rosinen und TUC bringt meinen Magen wieder zur Ruhe.
Ab km 30 muss ich dann alleine laufen, denn Olli hat sein Pensum erfüllt und auch sein Tagesziel erreicht.
Bei mir werden die Beine schwerer und schwerer und der mentale Kampf beginnt überraschend früh.
Allerdings kann ich mich zumindest selbst aus dem Dreck ziehen und das Vorsagen des Gesamtrepertoires an meist nicht ganz jugendfreien Mantren hilft mir und ich komme wieder in den Wettkampf.
Dass die anvisierten 4:30h außerhalb der Reichweite liegen spüre ich bereits sehr früh, aber die persönliche Bestzeit ist mir zwei Runden vor Schluss nicht mehr zu nehmen.


So ziehe ich zügig so schnell ich noch kann in Richtung Ziel und ich kann auf dem letzten Kilometer sogar nochmal beschleunigen.



Im Ziel falle ich dann meinem Sohn in die Arme. Der hat sich während des Laufs aufopferungsvoll um mich gekümmert, war der Handlanger, Flaschen- und Salztablettenreicher, kurzum das Mädchen für alles.

Ein großes Lob muss ich auch in diesem Jahr wieder den Veranstaltern vom RLT Rodgau zollen: Wie ihr die Strecke trotz zum Teil widriger Verhältnisse präpariert habt, wie viel Split ihr in die ganzen Löcher auf der Strecke verfüllt habt, dafür gehört euch der Respekt aller Teilnehmer. Die Sauerei war natürlich nicht zu verhindern, aber hey: That's what we are here for.

Ebenso war es mir erneut eine große Freude, am Vorabend die Zusammenkunft des #twitterlauftreff zu organisieren. Auch wenn es leider extrem lange mit dem Essen gedauert hat, so konnten wir doch die Zeit mit tollen Gesprächen verbringen und ich durfte wieder einige neue Gesichter kennen lernen.
Also freuen wir uns alle auf das nächste Jahr, wenn es Ende Januar wieder auf zur Gänsbrüh geht. So wie ich bisher die Veranstalter kenne, erwarten uns zum 20. Jubiläum auch einige Überraschungen!




Fotocredits: Tobias Möhlen, Petra Berger und Christian Arnsberg

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