Freitag, 18. August 2017

Lebensretter in der Not - Das safesport ID Notfallarmband

Schon seit Anfang meiner Laufbemühungen bin ich oft alleine und lange im Wald unterwegs. Zwar habe ich (fast) immer mein (geladenes) Smartphone dabei. Trotzdem mache ich mir und meine Familie sich ebenso Gedanken über Notfallsituationen.
Schon vor einigen Jahren bekam ich von meinem Sohn deswegen das textile Notfallarmband eines amerikanischen Herstellers geschenkt.
Dieses trug ich zwar nicht immer, aber zumindest wenn ich alleine unterwegs war. Zwar habe ich es bis heute nie benötigt, aber trotzdem vermittelt schon das Vorhandensein ein gutes Gefühl.

Vor einigen Wochen bekam ich die Anfrage von Safesport ID, ob ich nicht deren neuestes Notfallarmband NEO testen möchte. Gerade weil man bei Safesport ID auf Silikon setzen würde, wäre man an einem Vergleich zu meinem anderen Produkt interessiert.




Bestellung:

Gemacht, getan und umgesetzt. Der Bestellprozess auf der Webseite ist einfach, die Benutzerführung und Kommunikation könnte kaum besser sein. Die Lieferung erfolgt schneller als die versprochenen 6 Werktage.

Informationen:

Allerdings bleiben im Gegensatz zum Vergleichsarmband weniger Zeilen und weniger Zeichen, so dass man den Grad der Erstinformationen einschränken muss.



Immerhin: Es bleibt genug Platz für meinen Namen, meine Blutgruppe und drei Kontaktpersonen inclusive Telefonnummern.
Da ich keine Allergien und Unverträglichkeiten habe ist das für mich ausreichend, für Personen mit mehr Risiken bleibt nur der Weg über die auf der Webseite hinterlegten Daten.
Diese sind über einen Code, der sich auf der Rückseite des Armbandes befindet abzufragen. Damit sind intimere Daten im Regelfall geschützt, im Notfall aber doch leicht zugänglich.


Tragekomfort:

Die Befestigung am Handgelenk ist für Motorikschwache wie mich etwas fummelig. Die Befestigung über Nippel und Noppen und einen Schlitz zum Durchschieben ist aber absolut bombensicher und öffnen sich nie aus Versehen.

Habe ich mein altes Armband speziell im Sommer oder bei schweißtreibenden Einheiten eher widerwillig getragen und bei längeren Einheiten auch des Öfteren lieber am Rucksack oder Trinkgürtel befestigt, so habe ich das NEO von Safesport ID nach wenigen Sekunden quasi vergessen. Mittlerweile trage ich es nicht nur zum Sport sondern im Prinzip den ganzen Tag, ich habe sogar schon vergessen, es nachts auszuziehen.

Haltbarkeit:

Schweiß und häufiges Duschen scheinen dem Produkt nichts auszumachen. Nach vier Monaten intensivster Nutzung kann ich weder am Armband, noch an der ID Platte aus rostfreiem Stahl irgendeinen Verschleiß erkennen. Lediglich auf der Außenseite ist ein kleiner Teil der Schrift nicht mehr erkennbar.


Fazit:

Meines Erachtens sollte jeder Sportler, der des Öfteren alleine unterwegs ist, aber auch alleinstehende Menschen sich mit dem Gedanken befassen, wie er Helfern im Notfall wichtige Informationen geben kann. Ein Notfallarmband, egal welcher Marke, gehört hier auf alle Fälle in die engere Wahl.
Mich hat das Material und der Tragekomfort des NEO absolut überzeugt. Somit klare Kaufempfehlung.
Wenn ihr auch etwas für eure Sicherheit tun wollt gibt es zur Zeit ein zusätzliches Schmankerl:
Mit dem Code "CPSUMMER17" gibt es bis Ende August beim Kauf von 2 NEO Armbändern 20% Rabatt.

Disclaimer:
Das NEO Notfallarmband wurde mir von safesport ID kostenlos zur Verfügung gestellt. Dieser Blogpost wurde nicht beauftragt und/oder vergütet und spiegelt ausschließlich meine eigene Meinung wieder. In der Zwischenzeit habe ich leider mein Armband (aus der Hosentasche, wo es nicht hingehört) verloren und werde mir umgehend ein neues zulegen.

Dienstag, 13. Juni 2017

Hitzeschlacht in Schwanheim

Auch in diesem Jahr fand der Pfingstlauf im Rahmen des Main-Lauf-Cups wieder bei zum Pfingstsamstag wohl üblichen subtropischen Bedingungen statt.



Die von den Veranstaltern trotz der erzwungenen Streckenänderung gut präparierte Strecke ist nicht ausgesprochen anspruchsvoll, aber die Waldwege haben es speziell bei den Wetterbedingungen in sich.
Das Gewitter ist Gott sei Dank schon am Mittag über Frankfurt niedergegangen, so dass der Start gefahrlos möglich ist. Allerdings merkt man schon im Startblock die außergewöhnliche Schwüle und vor allem bei den Wechseln zwischen Wald und Lichtungen erlebt man ein wahres Wechselbad.

Wie üblich geht am Start die Post relativ schnell ab, ein Umstand dem auch die Spitzenläufer an diesem Tag Tribut zollen müssen.

Nach meinem desaströsen Halbmarathon in Steinberg in der Vorwoche habe ich gelernt:
1. Dieses Wetter liegt mir nicht
2. Wer schneller startet geht länger ein


Also beschließe ich, mich etwa in der Mitte des Feldes einzureihen und mich dadurch ein wenig ein- bzw. ausbremsen zu lassen. Eine goldrichtige Entscheidung. So kann ich nach etwa 3km das Feld ein wenig aufrollen und habe dieses Mal die Psychologie auf meiner Seite.

Zu frustrierend ist es, wenn man auf der zweiten Rennhälfte, wie in Dietzenbach, von nahezu jedem mühelos passiert wird.


Ich kann mein Tempo relativ gut halten und erst auf dem letzten Kilometer stoße ich auf einen Läufer, den ich nicht mehr selbst passieren kann. Die Uhr bleibt bei 47:26 auf einer akzeptablen Zeit stehen und auch mit Platz 10 in meiner Altersklasse bin ich bei den Temperaturen mehr als zufrieden. Zumindest bei den Platzierungen bleibe ich in dieser Saison extrem konstant.

Leider gab es angesichts der Temperaturen für mein Gefühl zu wenig Wasserstellen. Das mögen aber andere beurteilen, da ich hier nicht unbedingt der Maßstab bin. Ein Trog zum Eintauchen von Schwämmen gehörte hier zu meinen Verbesserungsvorschlägen.

Nach einem kurzen Intermezzo auf die Kurzstrecke bei JPMCC wartet dann Ende Juli in Hausen wieder ein Halbmarathon auf mich. Hoffentlich sind an diesem Tag die Temperaturen wieder mehr auf meiner Seite.


Da wir uns dann aber im Hochsommer befinden ist die Wahrscheinlichkeit eher gering. So werde ich, zumindest was die Zeiten angeht, eher kleinere Brötchen backen und mich an den Treffen mit meinen Lauffreunden erfreuen.






P.S.: Mein erster Wettkampf in den EIGHTSOX Ambition Short aus dem Hause Lowa. Ein sehr angenehmer Socken, der sich hervorragend um den Fuß schmiegt und während des Laufs nicht zu spüren ist. Der Testbericht folgt später.

Freitag, 28. April 2017

Mein Hamburg Marathon - Vier Jahreszeiten an einem Tag

Zum ersten Mal entschloss ich mich in diesem Jahr einen Frühjahrsmarathon außerhalb meiner heimischen Gefilde zu Laufen und die Wahl war einfach.
Seit Jahren konkurrieren Hamburg und Frankfurt um den zweiten Platz unter den deutschen Marathons. Die Kriterien erscheinen mir zwar ein bisschen seltsam, aber letztendlich entscheidet sowieso der persönliche Geschmack. In den vergangen Jahren habe ich über Twitter die Berichte und Kommentare meiner virtuellen Lauffreunde verfolgt und beschloss frühzeitig, bei guter Vorbereitung mein Glück in Hamburg zu versuchen.
Leider standen die letzten 10 Tage der Vorbereitung unter einem unglücklichen Stern. Meinen letzten Tempolauf musste ich mit Schmerzen im Sprunggelenk abbrechen und auch den darauffolgenden Langen Lauf könnte ich nicht planmäßig beenden. Um die aufkommende Entzündung aufzuhalten musste ich tatsächlich ein paar Tage Entzündungshemmer einnehmen und am Mittwoch davor dachte ich ernsthaft über eine Absage nach.
Nach der traditionellen Massage, bei der mit mein Physiotherapeut eine ausgezeichnete Konstitution bescheinigte beschloss ich dann aber, mein Glück zu versuchen. Die Entzüngshemmer setzte ich ab, auf keinen Fall wollte ich den Marathon unter dem Einfluss von Schmerzmitteln laufen.
Der nächste Dämpfer war dann die Wettervorhersage. Kalt, windig und regnerisch sollte es werden und genau so gestaltete sich meine Ankunft am Samstag in Hamburg. Zum ersten Mal nass wurde ich bereits auf dem Weg vom Hotel zur Messe.
Die Messe selbst ist im Vergleich zu Frankfurt sehr übersichtlich und auch die Abholung der Startunterlagen während der Mittagszeit ging schnell und reibungslos.

Ich brauchte lediglich 30 Minuten, um meine Ziele anzusteuern und hätte mich nicht ein alter Bekannter, Nils Krekenbaum von laufreisen.de angesprochen, wäre ich sehr schnell wieder auf dem Weg ins Hotel gewesen. So hatte ich allerdings die Gelegenheit, Manfred Steffny, den Herausgeber des Spiridon-Laufmagazins kennenzulernen.
Wer Wert legt auf nicht durch einen Großverlag gesteuerte und offene, manchmal sehr kritische Berichterstattung liebt, dem sei dieses Magazin empfohlen.
Nachdem ich auf dem Weg zurück ins Hotel erneut geduscht wurde, ruhte ich mich noch aus, bevor ich mich mit einigen Lauffreunden des #twitterlauftreff zu Pastaessen traf. Es geht doch nichts über Fachsimpelei im Kreise von Freunden :)
Der Wettkampftag begann recht hoffnungsvoll. Es war trocken und bis zum Start schien sogar ein wenig die Sonne. Doch schon auf dem ersten Kilometer kam die im wahrsten Sinne des Wortes kalte Dusche. Starker Regen und Graupelschauer, tiefe Pfützen und ein rutschiger Asphalt erschwerten uns die ersten Kilometer. Gott sei Dank hatte ich mich entschlossen, mit Kappe zu laufen. Ich empfand den Lauf als ausgesprochen unrhythmisch und lief mich nur schwer ein. Danach schien erst mal wieder die Sonne, bevor wir auf Höhe der Binnenalster erneut von Petrus begossen wurden. So erlebte ich Sonne und Regen im Wechsel, meinen Laufrhythmus hatte ich, vor allem durch die stetige Anfeuerung der vielen Zuschauer gefunden und bis zur Halbmarathonmarke war alles im Plan. Bei 1:46 und damit genau auf meinem Plan passierte ich die Matte.
Kurz darauf fing allerdings dann auch der Wind an, recht böig zu wehen und es dauerte nicht lange, bis ich leider ein wenig den Rhythmus verlor und auch die Motivation nachließ. Beschleunigen, wie erhofft, war mir nicht möglich und bei KM 26 musste ich erkennen, dass es sehr schwer werden würde, selbst meine alte Bestzeit von 3:34h zu verbessern. Jetzt war es Zeit für Plan C, wie Katrin von bevegt sagen würde. Ich entschied mich, die letzten 16 km sicher und ruhig zu joggen, um gesund ins Ziel zu kommen. Hamburg würde zwar mein einziger Tempomarathon in diesem Jahr sein, aber eine Verletzung wollte ich mir deswegen nicht einhandeln.
Ich zog das lange Laufshirt über die Uhr und ließ mich nur noch treiben. Bei KM 40 war seltsamerweise der 3:45h Ballon immer noch nicht an mir vorbeigezogen und so riskierte ich einen Blick auf meine Garmin Forerunner 735XT. Die erst am Vortag auf Empfehlung von Lauffreunden installierte IQ-App Peter's (Race) Pacer prognostizierte eine Zielzeit von erstaunlichen 3:42:20. Obwohl ich also gefühlt eher stand als lief war ich also immer noch flott unterwegs. Das gab mir einen kleinen Kick und so beschloss ich, noch einmal zu beschleunigen, um unter 3:42h zu finishen. Ich flog geradezu noch an einigen Läufern vorbei und kam mit 3:41:50 glücklich und unverletzt ins Ziel.

Mein Fazit: Der Hamburg Marathon ist auf alle Fälle eine Reise wert. Die Strecke und das Publikum sind meines Erachtens schöner als in Frankfurt, auch wenn der Rundkurs mit seinen Ecken und Kanten insgesamt schwieriger zu laufen ist. Was mir nicht gefallen hat, ist das mit Staffeln und Women's Race überfüllte Starterfeld. Speziell im Zielbereich war es recht schwierig, sich schnell und ausreichend zu verpflegen. Es gab einige Engpässe und die Wassermenge aus den dringend benötigten Duschen war leider ein Witz.
Am Wetter haben die Veranstalter keinen Einfluss und so ist es einfach Schicksal gewesen, dass die Veranstaltung unter Kälte, Regen und Wind zu leiden hatte.
Ansonsten kann man es sich in Hamburg herrlich amüsieren und auch das After Race Landungsbrücken Loading war erstklassig.


Ich komme trotzdem wieder, wenn auch nicht gleich im nächsten Jahr.


Hier noch die Rennanalyse: