Mittwoch, 11. Mai 2016

Gestatten? Der neue HOKAONEONE Vanquish 2

Er ist "der Neue" in der Serie der HOKAONEONE Road Shoes. Zu seinem Vorgängermodell hat der Vanquish 2 deutlich Gewicht gemacht und wiegt jetzt nur noch 300 g in Größe US10/D44 und liegt damit auf gleicher Höhe seiner Konkurrenten von Brooks und ist noch deutlich leichter als vergleichbare Asics Laufschuhe.


Optisch ist er ein Hingucker und man hat die Dual-Layer Midsole schön in das Gesamtkonzept hinein gepackt.

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Bisher kannte ich aus dem Hause nur den Clifton 2, ein Schuh der mich anfangs überrascht und verwundert, später dann begeistert hat. Schließlich habe ich, sehr zu meiner eigenen Überraschung sogar den Rodgau 50 und gerade den Weiltalmarathon mit diesem Schuh erfolgreich bewältigt.

Doch nun zum meinem neuen Testschuh aus der angesagten amerikanischen Schuhschmiede.

Super komfortabel mit viel Raum im Vorfuß?
Das klingt maßgeschneidert für meine Plattfüsse. Straffer als der Conquest 2, dafür aber stärker gedämpft als der Clifton 2. Können meine Füße mit so viel Dämpfung auch etwas anfangen oder ist es dieses mal zuviel des Guten?


Zunächst trage ich den Vanquish 2 auf meinen Regenerationsläufen, in der Erwartung ihn bei meinen langen Grundlagenausdauerläufen einzusetzen. Positiv fällt mir als erstes die geringe Sprengung von lediglich 4 mm auf, mag meine Plantarsehne mit mehr nur noch ungern umgehen. Also wage ich auch den ein oder anderen längeren Lauf und alles ist gut.


Nahtlos gearbeiteter Schaft, komfortable Passform? 

Das kann man zweifellos behaupten. In der Zehenbox ist genügend Platz für meine Plattfüsse. Nichts kneift oder kratzt, ich fühle mich einfach wohl! Dazu die Schnürsenkel, die sich nicht von alleine öffnen.
Ich bin zufrieden!

Natürliches Laufgefühl mit viel Dynamik?
Erstaunlich direkt, manchmal sogar hart kommt mir die Sohle vor, so dass ich den Schuh lieber auf Waldwegen und in Parkanlagen als auf seinem bestimmungsgemäßen Untergrund Asphalt trage. Einen Aha-Effekt erlebt man, wenn man Tempo aufnimmt und auf dem Vorderfuß läuft. Hier hat der Vanquish2 tatsächlich wohl dank der vor den Ballen beginnenden Rockereinen sehr guten Abdruck und strahlt einiges an Dynamik aus.

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Langlebig dank besonderer EVA-Zwischensohle?
Bisher hatte ich den Schuh auf knapp 200km im Einsatz, so kann ich zur angespriesenen Langlebigkeit, noch nicht allzuviel mitteilen. Das Profil jedenfalls zeigt bisher kaum Anzeichen von Abnutzung. Die Fersenkappe sieht zwar ein wenig seltsam eingeknickt aus, aber funktionell passt alles. Mindestens einen Lauf pro Woche bleibt der Schuh auf alle Fälle im Einsatz, den ein oder anderen längeren Lauf werde ich damit ebenfalls absolvieren.




Freitag, 29. April 2016

Weiltalmarathon - Kein Lauf wie jeder andere

Ein Landschaftsmarathon wie der am Weiltalweg ist schon eine ganz andere Herausforderung als flache Stadtläufe. Statt 10.000 oder sogar 40.000 Menschen befinden sich hier nur an die 1.000 Starter auf der Strecke. Entsprechend ruhig und besinnlich verläuft der Wettkampf und unterwegs haben die Läufer an der Strecke nur wenig Publikum. Dafür hat man Zeit, den Blick schweifen zu lassen, soweit es die Beine zulassen und einfach die Natur zu genießen, oder aber auch an sich zu zweifeln und einsam zu kämpfen.
Das Streckenprofil ist schwierig und obwohl die letzten 20 km im Weiltal Richtung Weilburg fast ausschließlich abwärts verlaufen , mag man das nach den teilweise sehr anstrengenden Steigungen auf der ersten Rennhälfte, vor allem hinauf nach Traisberg, kaum noch schätzen.




Neben einigen etwas schwierigeren Geröllpassagen, auch abwärts, ist man aber heilfroh, dass man dann wenigstens laufen lassen kann.
Ich war zum zweiten Mal nach 2013 am Start und kam mit guten Erinnerungen nach Schmitten zum Start. Beim Weiltalmarathon knackte ich auf Anhieb die 4 Stunden Marke, ein Ereignis, das mir damals noch die Tränen in die Augen trieb.
Vom ersten Antritt wusste ich noch, dass es relativ schwierig war, am Anfang einen vernünftigen Rhythmus zu finden, aber ich fühlte mich gut und locker. Den Anstieg nach Traisberg ging ich sogar extrem langsam an und ließ mich von vielen Mitläufern überholen. Ich kann ziemlich passabel bergab laufen und so machte ich mir keine Sorgen.




Sorgen machte ich mir erst bei der 10km Marke, die ich unter 49 Minuten passierte. Das war für meine anvisierte Zielzeit zwischen 3:45 und 4:00 viel zu schnell! So nahm ich gefühlt einiges an Tempo heraus, aber immer noch lief es viel zu gut.
Bei 1:47:30 passierte ich dann die Halbmarathonmarke und ich wusste, dass es jetzt nur noch zwei Möglichkeiten gab. Entweder ich hatte einen Sahnetag erwischt oder die zweite Hälfte würde knüppelhart.
Bei km 25 passierte es dann: Mir ging so langsam die Luft aus. Die Beine wurden schwer und ich wurde nun ständig von anderen Läufern überholt. Zwar konnte ich immer noch einigermaßen im 6er Schnitt vor mich hinlaufen, aber Spaß machte das keinen mehr.

Die Beine brannten und ich kämpfte mich von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation.
Ständig in der Hoffnung, dass sich der Körper erholen und ich wieder Anschluss an einen Mitläufer finden würde. Stattdessen wurde ich weiter durchgereicht und der mentale Kampf begann.

Erst als Weilburg so langsam in Sichtweite kam, entspannte ich mich, dann sogar so sehr, dass ich 500 Meter vor dem Ziel noch über den Fuß eines Absperrgitters stolperte und beinahe zu Fall kam.
Das Ziel erreichte ich dann endlich, erschöpft aber doch mit einem Lächeln im Gesicht, in 3:53,02 und damit wieder unter der magischen Marke.

Insgesamt bin ich im Nachhinein sehr glücklich, war dies doch mein erster Marathon nach 1 1/2 Jahren (Ich weiß, dazwischen gab es 2x #Rodgau50) und dann mit letztendlich gutem Ausgang.


Mitnehmen für mich kann ich, dass auch eine gewisse Erfahrung und das Alter einen nicht bewahrt vor Fehleinschätzungen und die graphische Analyse zeigt sehr deutlich, wie sehr ich Opfer meines Anfangstempos geworden bin.



Den Wettkampf bin ich erneut im sehr leichten HOKAONEONE Clifton2 gelaufen, der mir nach wie vor sehr gute Dienste leistet, obwohl das Sohlenprofil nach 500 km doch schon deutliche Abnutzungserscheinungen zeigt.
All-Over-The-Top übrigens mal wieder der Duschwagen der Firma Grohe. Es gibt fast nichts schöneres, als nach einem Marathon unter einer heißen Regenwalddusche zu stehen.


Fotos: Christian Wald-von der Lahr, eigene

Freitag, 18. März 2016

Biathlon - Offen für Neues

Als ich den Gutschein von Jochen Schweizer zu meinem 50. Geburtstag von meinen Eltern geschenkt bekam, war schnell klar, dass ich mir ein sportliches Event auswählen würde.

Ein Biathlonkurs in der Nähe von Garmisch fiel mir sofort ins Auge, aber für mich? Ich stand noch nie in meinem Leben auf Skiern, weder Alpin noch Langlauf. Dazu dann noch die anspruchsvolle Skatingtechnik und Schießen.

Also schob ich das Thema von mir weg, aber nach drei Jahren musste ich diesen Gutschein jetzt einlösen und ich fand einfach nichts besseres.

Also Kurs und Zug gebucht, Zimmer reserviert, nachdem Peter Scherrer, der Leiter der Skatingschule mir versicherte, das oft viele blutige Anfänger dabei seien (In meinem Fall genau zwei)!

Nach der entspannten Anreise per Zug, machte ich gleich nachmittags noch einen Trailausflug zum zugefrorenen Bramsee, man gönnt sich ja sonst nichts.



Abends genoss ich bei zwei Hellen den besten Lammbraten (vom eigenen Bauernhof) seit bestimmt 25 Jahren.


Ich schlief früh und lange. Nach dem Frühstück fuhr ich mit dem Bus nach Kaltenbrunn, wo ich mit 39 anderen auf das Team der Skatingschule Scherrer traf. Wir bekamen unsere fast maßgeschneiderten neuwertigen Schuhe und Ski und schon ging es auf zur Piste.


Hier wurden schnell vier Gruppen nach Stärke eingeteilt und wie nicht anders zu erwarten, landete ich in der Gruppe der blutigen Anfänger.
Unsere Trainerin Gabi arbeitete mit uns mit Engelsgeduld und viel Herzblut. Meinen allertiefsten Respekt, der Anfang war mehr als desaströs!!!


Nach zwei Stunden waren aber alle in der Lage, sich einigermaßen im Skatingschritt fortzubewegen, auch wenn dazwischen viele Stürze, viel eingesetzte Kraft und viele Stöhner lagen.

Runde um Runde wurde die Technik besser, zwar weit entfernt von gut, aber immerhin.

Nach dem Mittagessen dürften wir dann zum Schiessstand und wurden im Waffengebrauch und unterwiesen. Danach erfolgten dann mehrere Runden im Rhythmus Laufen-Schiessen-Laufen um die Wettkampfsituation zu simulieren.


Nachdem ich Anfang gleich vier von fünf Scheiben abräumen konnte, würde ich leider gleich zu optimistisch und schoss in der folgenden Runde vier Fahrkarten. Auch die nächste Runde wurde nur wenig besser. Da zum Abschluss eine gemischte Staffel anstand schwante mir böses.

Aufgrund meiner schlechten Lauf- und Schiessleistung "durfte" ich gleich als Startläufer ran. Die Laufrunde war anstrengend, aber ich versuchte, mich ganz auf das Schießen zu konzentrieren, atmete bei jedem Schuss tief aus und traf alle Scheiben! Am Ende sollten die insgesamt wenigsten Strafrunden dafür sorgen, dass mein Team den Staffelwettbewerb gewann.

Ich weiß jetzt nicht, ob ich das Langlaufen und speziell das Skaten ernsthaft praktizieren möchte, aber das Event hat mit seiner professionellen und doch familiären Organisation sehr viel Spaß gemacht und eine Wiederholung ist keinesfalls ausgeschlossen.

Mein Dank geht speziell an Gabi für ihre herzliche Betreuung und Peter, der jederzeit alles im Blick hatte und alle Anliegen erfüllen konnte.

Alle nötigen Informationen bekommst du hier