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Freitag, 1. September 2017

Kein Schwindel - Eightsox-Laufsocken im Test

Vor ein paar Monaten wurden mir Laufsocken von Eightsox zum Testen angeboten. Dass LOWA als Berg- und Trekkingschuhspezialist überhaupt Laufsocken in seinem Portfolio hat, war mir bis dahin nicht bewusst.

Socken sind jetzt nicht immer gravierend unterschiedlich, und da ich nicht zu Blasen neige, komme ich mit fast allen Fabrikaten gut zurecht. In den letzten Jahren habe ich deswegen schon diverse Laufsocken ausprobiert, aber so richtig zufrieden war ich nur mit den Socken von Brooks, die allerdings im Einzelhandel schwierig zu bekommen sind.

Also ließ ich mir im März ein Paar Ambition Short Socks schicken und kann Euch nun nach einigen Monaten Härtetest darüber berichten.


Der erste Eindruck ist angenehm, der Socken fühlt sich weich und geschmeidig, trotzdem aber eng gewoben an. Der Fuß wird nahezu optimal umschlossen. Es bildet sich keine Falte zwischen Fessel und Fußrücken, was ich leider schon oft erlebt habe, speziell wenn ich die Socken, wie das Testmodell am unteren Größenrand (42-44) trage. Das ist für meine Plattfüße schon fast ein Wunder.

Der Bund sitzt perfekt und hinterlässt auch bei dickeren Beinen, z.B. bei langen Läufen, keine Druckstellen.

Die angepriesenen asymmetrischen Knöchelpolster fallen mir nicht sonderlich auf, aber das ist in dem Fall wohl auch eher ein Kompliment.


Heiße Füße bekomme ich auch keine, aber hier bin ich auch nicht empfindlich, allerdings fühle ich mich in den Socken von Eightsox auch immer wohl.



Entscheidendes Kriterium für eine Laufsocke aber für mich ist deren Haltbarkeit. Mein zweiter Zeh ist etwas länger als der Grosszeh und einige Sockenfabrikate haben damit ihre liebe Not. So haben trotz angeblicher Verstärkung an den Zehen die Socken von Salomon schon nach wenigen Wochen Löcher. Wöchentliches Benutzen und natürlich ebenso häufiges Waschen also sind der absolute Härtetest.

In beiden Kategorien schlägt sich die Ambition Short Socks bravourös. Auch nach sechs Monaten sind keine Verschleißerscheinungen im Zehenbereich zu erkennen. Auch der Fühltest von alten zu neuen Socken ist nach mittlerweile ca. 20 Wäschen ausgezeichnet.

Nach wie vor ist die Form stabil, das Gewebe umschließt den Fuß fest wie am ersten Tag.
Ob der Fuß weniger ermüdet und die Ventilation wirkungsvoll oder wirkungsvoller als bei anderen Socken ist, vermag ich nicht zu beurteilen, jedenfalls ist sie auf keinen Fall schlechter.


Ich jedenfalls bin mit dieser Socke aus dem mittleren Preissegment so zufrieden, dass ich erst einmal kräftig Nachschub (aus eigener Tasche) bestellt habe.


Preislich liegen die Socken von Eightsox auf dem Niveau anderer Hersteller, so dass man hier kein besonderes Wagnis eingeht.

Auf dem Bild sehr ihr auch den Pro Short, der nochmal ein bisschen dünner, geschmeidiger und wertiger ist, aber die Ambition Short haben haben annähernd die gleiche Qualität. Der Unterschied beim Laufen ist kaum fühlbar.


Da es die Modelle in verschiedenen Knöchelhöhen gibt, sollte auch für jeden Geschmack etwas dabei sein.

In einem nächsten Schritt werde ich auch die Kompressionstrümpfe testen und mit meiner Benchmark von CEP vergleichen.

Ich bin gespannt.


Disclaimer:

Die Laufsocken wurde mir von Eightsox/Lowa kostenlos zur Verfügung gestellt.
Dieser Blogpost wurde nicht beauftragt und/oder vergütet und spiegelt ausschließlich meine eigene Meinung wieder.





























Freitag, 18. August 2017

Lebensretter in der Not - Das safesport ID Notfallarmband

Schon seit Anfang meiner Laufbemühungen bin ich oft alleine und lange im Wald unterwegs. Zwar habe ich (fast) immer mein (geladenes) Smartphone dabei. Trotzdem mache ich mir und meine Familie sich ebenso Gedanken über Notfallsituationen.
Schon vor einigen Jahren bekam ich von meinem Sohn deswegen das textile Notfallarmband eines amerikanischen Herstellers geschenkt.
Dieses trug ich zwar nicht immer, aber zumindest wenn ich alleine unterwegs war. Zwar habe ich es bis heute nie benötigt, aber trotzdem vermittelt schon das Vorhandensein ein gutes Gefühl.

Vor einigen Wochen bekam ich die Anfrage von Safesport ID, ob ich nicht deren neuestes Notfallarmband NEO testen möchte. Gerade weil man bei Safesport ID auf Silikon setzen würde, wäre man an einem Vergleich zu meinem anderen Produkt interessiert.




Bestellung:

Gemacht, getan und umgesetzt. Der Bestellprozess auf der Webseite ist einfach, die Benutzerführung und Kommunikation könnte kaum besser sein. Die Lieferung erfolgt schneller als die versprochenen 6 Werktage.

Informationen:

Allerdings bleiben im Gegensatz zum Vergleichsarmband weniger Zeilen und weniger Zeichen, so dass man den Grad der Erstinformationen einschränken muss.



Immerhin: Es bleibt genug Platz für meinen Namen, meine Blutgruppe und drei Kontaktpersonen inclusive Telefonnummern.
Da ich keine Allergien und Unverträglichkeiten habe ist das für mich ausreichend, für Personen mit mehr Risiken bleibt nur der Weg über die auf der Webseite hinterlegten Daten.
Diese sind über einen Code, der sich auf der Rückseite des Armbandes befindet abzufragen. Damit sind intimere Daten im Regelfall geschützt, im Notfall aber doch leicht zugänglich.


Tragekomfort:

Die Befestigung am Handgelenk ist für Motorikschwache wie mich etwas fummelig. Die Befestigung über Nippel und Noppen und einen Schlitz zum Durchschieben ist aber absolut bombensicher und öffnen sich nie aus Versehen.

Habe ich mein altes Armband speziell im Sommer oder bei schweißtreibenden Einheiten eher widerwillig getragen und bei längeren Einheiten auch des Öfteren lieber am Rucksack oder Trinkgürtel befestigt, so habe ich das NEO von Safesport ID nach wenigen Sekunden quasi vergessen. Mittlerweile trage ich es nicht nur zum Sport sondern im Prinzip den ganzen Tag, ich habe sogar schon vergessen, es nachts auszuziehen.

Haltbarkeit:

Schweiß und häufiges Duschen scheinen dem Produkt nichts auszumachen. Nach vier Monaten intensivster Nutzung kann ich weder am Armband, noch an der ID Platte aus rostfreiem Stahl irgendeinen Verschleiß erkennen. Lediglich auf der Außenseite ist ein kleiner Teil der Schrift nicht mehr erkennbar.


Fazit:

Meines Erachtens sollte jeder Sportler, der des Öfteren alleine unterwegs ist, aber auch alleinstehende Menschen sich mit dem Gedanken befassen, wie er Helfern im Notfall wichtige Informationen geben kann. Ein Notfallarmband, egal welcher Marke, gehört hier auf alle Fälle in die engere Wahl.
Mich hat das Material und der Tragekomfort des NEO absolut überzeugt. Somit klare Kaufempfehlung.
Wenn ihr auch etwas für eure Sicherheit tun wollt gibt es zur Zeit ein zusätzliches Schmankerl:
Mit dem Code "CPSUMMER17" gibt es bis Ende August beim Kauf von 2 NEO Armbändern 20% Rabatt.

Disclaimer:
Das NEO Notfallarmband wurde mir von safesport ID kostenlos zur Verfügung gestellt. Dieser Blogpost wurde nicht beauftragt und/oder vergütet und spiegelt ausschließlich meine eigene Meinung wieder. In der Zwischenzeit habe ich leider mein Armband (aus der Hosentasche, wo es nicht hingehört) verloren und werde mir umgehend ein neues zulegen.

Freitag, 17. März 2017

Lang - Länger - Clifton - Der Clifton 3 im Test


Auch in diesem Winter bekam ich von HOKAONEONE die Chance, das Facelift des Clifton in der neuesten, nun dritten Version zu testen.


Der Clifton 2, sein Vorgänger, ist bis heute mein absoluter Lieblingsschuh in meiner nicht gerade kleinen Sammlung.

Wie also würde sich sein Nachfolger machen? Könnte ich also meine langen Vorbereitungsläufe und eventuell den nächsten Marathon oder auch den Rodgau 50 wieder mit diesem Schuh laufen?

Der Test beginnt mit einer Enttäuschung. Warum in aller Welt musste man bei einer Weiterentwicklung den Schuh schwerer machen?


Sein Vorgänger war ein Wunder an Passform, Halt und Leichtigkeit. Wieso hat man diese Vorteile geopfert? Muss ein ohnehin saubequemer Schuh noch bequemer gemacht werden? Manchmal kann man auch verschlimmbessern!

Was mache ich nun mit diesem Schuh? In die Ecke schmeißen wäre die eine Variante, ich entscheide mich für eine andere:
Zuerst kaufe ich mir im Sale einen neuen Clifton 2, denn man weiß ja nie! Und dann beschließe ich, den Schuh unvoreingenommen von seinem Vorgänger zu testen.


Also wird  der Schuh kurzerhand noch vor dem Frankfurt Marathon geschnürt, als der 32 km Lauf vor dem Frankfurt Marathon auf dem Programm steht. Und siehe da, es geht. Und so spule ich seitdem in gewohnter Manier weiterhin meine langen Läufe ausschließlich mit Clifton Modellen ab.






Die Sprengung des Clifton 3 wurde unverändert bei 5 mm belassen und beim Komfort ist die durchgehende, formgepresste EVA-Zwischensohle ohnehin kaum zu überbieten.

Nur der Raum im Vorfuß ist selbst für meine Plattfüße extrem groß und wird mir im Laufe der Vorbereitung noch einige kleinere Probleme bereiten. Auch das Obermaterial und die Fußkappe empfinde ich als relativ starr und wenig geschmeidig, auch wenn die bekannte nahtlose Speedframe-Konstruktion verwendet wird.

Dazu kommt das etwas höhere Gewicht, dass die Langen Läufe spezielle auf den letzten Kilometern doch deutlich anstrengender macht.


Wie ich das so beurteilen kann? Zwei mal habe ich den Clifton 3 im Büro vergessen und muss auf den Vorgänger zurückgreifen. Sofort habe ich das Gefühl einer Vertrautheit zurück und fühle mich wesentlich leichter unterwegs.

Nun zu den Blessuren: Einmal hebe ich mir den kleinen Zehnagel ab, der sich unbewusst im Obermaterial verhakt hat und in der letzten Woche schaffe ich es, zum ersten Mal meinen großen Zeh zu demolieren. Durch Reibung am Obermaterial entsteht eine riesige Blase und dann wird auch noch irgendwie meinen Zehnagel nach oben geschoben. Ein Gefühl, dass für mich völlig neu ist.

Warum halte ich das aus?
Meine Sprunggelenke waren zu Beginn meiner Laufkarriere die Schwachstelle meines Laufkörpers. Das hat sich grundlegend geändert, seitdem ich die längeren Trainingsläufe vorzugsweise in Schuhen von HOKAONEONE bestreite. Ich habe weder während des Laufes noch am folgenden Tag Schmerzen und auch muskulär geht die Erholung relativ zügig vonstatten.

Und in die Reihe dieser Schuhe reiht sich der Clifton 3 großartig ein. Zwar werde ich ihn wegen seines Gewichtes nicht im Wettkampf einsetzen, aber für lange Läufe im Training bleibt er erste Wahl.
Außerdem ist der Clifton kein reiner Straßenschuh, er lässt sich auch sehr gut auf befestigten, manchmal auch unebenen Waldwegen laufen, ohne dass sich der Komfort nachhaltig verändert. Niemals habe ich das Gefühl der Unsicherheit, wie man es vielleicht bei der optisch gewaltigen OVER SIZE-Mittelsohlenkonstruktion befürchten könnte.






Mittlerweile zeigt die Sohle nach 450 Kilometern schon die HOKA-typischen Abnutzungserscheinungen, aber dem Laufgefühl tut das wie gewohnt keinen Abbruch. So werden die Schuhe die gewohnten 750 km für mich durchhalten.






Fazit: Der Clifton 3 ist ein sehr guter Allrounder und hervorragend für lange Trainingsläufe geeignet. Er ist nicht zu weich, wie mancher wegen der hohen Plateausohle meinen würde. Verbesserungswürdig wären aus meiner Sicht das Gewicht und der selbst für meine Füße recht große Fußraum. Nach wie vor mangelt es den Sohlen an langer Haltbarkeit, allerdings konnte ich beim Komfort keine Qualitätsverschlechterung feststellen.


Ich würde persönlich zwar das Vorgängermodell vorziehen, aber trotzdem bleibt der Schuh ein klarer Kauf.









Freitag, 11. November 2016

Meine Schuhauswahl für den Herbst/Winter 2016

Ja, ich stehe dazu: Ich brauche viele verschiedene Laufschuhe, ich wechsele gerne, je nach Terrain und Strecke und sogar nach Tagesform.
So stelle ich euch heute meine Auswahl für den Herbst und Winter 2016 vor.

  • HOKAONEONE Clayton
Den Schuh laufe ich bei flotten kurzen Dauerläufen und bei Wettkämpfen bis 10 km. Er ist für das Ausmaß an Dämpfung ausgesprochen leicht und sehr komfortabel. Mit xx mm Sprengung erfüllt er trotzdem meine Norm. Außerdem ist er bei Nässe (fast) unschlagbar.


Meinen Testbericht findest du hier

  • HOKAONEONE Clifton3
Der Clifton3 ist ein extrem bequemer und trotzdem leichter Schuh, den ich bevorzugt und dann fast ausschließlich bei meinen langen Läufen trage. Die Zehenbox ist mittlerweile extrem weit und insofern weniger angenehm als die seines Vorgängers. Auch ist der Schuh leider schwerer geworden, trotzdem trage ich ihn nach wie vor sehr gerne.


Ein ausführlicher Testbericht folgt noch.

  • BROOKS Racer ST5
Mein Wettkampfschuh auf jedem Terrain bei jedem Wetter. Schnell, wenig gedämpft, direkt und mit einer leichten Stütze erfüllt der "Oldie" von Brooks nach wie vor alle meine Wünsche. Wenn auch die Sprengung vergleichsweise hoch ist, nach wie vor mein absoluter Lieblingsschuh. So auch wieder gerade beim Frankfurt Marathon.



  • BROOKS Asteria
Der Nachfolger des Racer ST5. Schnell, wenig gedämpft und direkt gilt auch für ihn. Jedoch in meinen Augen ein reiner Schuh für Asphalt und mit zu wenig Grip bei Nässe. Insofern nur meine 2. Wahl für den Frankfurt Marathon.


Ein ausführlicher Testbericht folgt noch.


  • BROOKS PureFlow3
Fußgelenksarbeit und schnelle kurze Einheiten. gepaart mit Training der Wadenmuskulatur, So kommt der Schuh zwar seltener, aber immer noch regelmäßig zum Einsatz.


  • BROOKS PureGrit
Run the Trail. Wenn es ins Gelände geht und die Bedingungen unwirtlicher werden ist er dabei. Für die Straße aber für mich gänzlich ungeeignet.


  • HOKAONEONE Vanquish2
Wenn ich sehr müde bin und einen soliden Bequemschuh brauche, dann setze ich auf den Vanquish. Er ist absolut unspektakulär und erregt nur durch seine Optik Aufsehen. mein "Colt für alle Fälle".


Meinen Testbericht findest du hier

  • NEWBALANCE minimus trail

Rock the Trail. Null Sprengung, kaum zu spüren, aber nur bedingt winterfest. So könnte man den Dauerbrenner unter meinen Laufschuhen am Besten beschreiben. Auch bei Training mit der Koordinationsleiter setze ich den Schuh gerne ein.


Welche Schuhe trägst du in diesem Herbst und Winter?
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Freitag, 19. August 2016

Zweckehe statt Liebesheirat - Der HOKAONE Clayton im Test

Die Versprechungen sind hoch, die Werbesprüche sind vollmundig, doch die Wahrheit sieht für mich ein bisschen anders aus.

Optisch ist der Schuh ein Highlight, aber da ist HOKAONEONE meines Erachtens ja schon immer gut dabei. Leuchtende kräftige Farben lassen den Schuh herausstechen und ziehen die Blicke auf sich.


Mit 233 Gramm in Größe US10 entspricht der Schuh den offiziellen Angaben und gehört damit zu den Leichtgewichten. Allerdings trennen ihn vom Feeling, speziell am Fuß doch einige Gramm von meinem Lieblingsschuh, dem Clifton2 aus selbem Hause.


Dass die hohe Sohle den Eindruck von Plateauschuhen vermittelt bin ich schon gewohnt und kann ich bewusst ignorieren. Die Sprengung ist mit 4 mm dezent und ergibt auf den ersten Einstieg ein angenehmes Tragegefühl. Die Schnürsenkel sind, wie von HOKAONEONE gewohnt perfekt und halten auch ohne Doppelknoten. Warum können andere Laufschuhhersteller das nicht?



Die Sohle ist in kleine Felder, fast Waben eingeteilt und erinnert ein wenig an die Konstruktion der Nike Free Modelle. Ob die Sohle ebenso flexibel ist, muss der Test zeigen.


Allerdings merke ich von ersten Laufschritt an, dass dieser Schuh ganz anders ist. Die Sohle ist ungewohnt fest und stabil, sicher auch komfortabel auf langen Strecken, aber das Aufnehmen von Tempo und ein leichter, beschwingter Laufschritt will mir zumindest anfänglich nicht gelingen.

Ich trage die Schuhe regelmäßig bei Tempodauerläufen und im Intervalltraining, auch einen 10 km Wettbewerb habe ich schon mit dem Schuh absolviert, aber wenn ich ihn mit meinem Wettkampfschuh von Brooks, dem guten alten Racer ST5 vergleiche, so bin ich jedes Mal enttäuscht.

Ein direktes Bodengefühl, ein dynamischer Abdruck und besonderer Vortrieb bei hohem Tempo stellt sich bei mir einfach nicht ein.



Auch die Sohle zeigt nach knapp 100 km schon deutlichere Abnutzungserscheinungen, eine Eigenschaft die ich dem HOKAONEONE Clifton2 nach nunmehr 700 km gerne verzeihe, aber nicht dem quasi neuen Clayton.

Zu allem Unglück laufe ich mir sogar bei einem Tempodauerlauf eine Blase im Fussbett, das hatte ich wirklich schon sehr lange nicht mehr auf einer Kurzdistanz. Nachdem ich dünnere und straffer sitzende Socken sorgfältiger als sonst anziehe, geht es besser.
Auf meinen ausgetretenen Waldwegen, die ich sonst mit jedem Schuh gut laufen kann fühle ich mich eher hölzern und habe sogar Angst vorm Umknicken.

Soweit der erste Teil meines Tests. Lange überlege ich, ob ich den Schuh nicht einfach in die Ecke werfen soll, und warum alle anderen Tester so positiv über den Clayton schreiben.



Jetzt eben der zweite Teil:

Wir haben und aneinander gewöhnt. Ich trage den Clayton weiterhin bei schnellen Läufen auf Asphalt und ich komme jetzt meist in den Flow. Der Abdruck stimmt und auch das Tempo will gelingen. Extrem stark schlägt sich der Clayton auf feuchtem Asphalt, und unter diesen Bedingungen könnte ich mir jetzt einen erneuten Wettkampfeinsatz vorstellen.

Nach wie vor glaube ich, dass der Schuh eher etwas für schwerere Läufer ist, ähnliche Gewöhnungsprobleme hatte ich auch mit einem Luxusschuh einer anderen Laufmarke, bei dem alle
Läufer jenseits der 75 kg in Begeisterungsstürme verfielen.

Die Geschichte mit der Blase macht mich allerdings vorsichtig. Schon einmal hatte ich einen Schuh, der mir bis zum Halbmarathon wie am Fuß zu kleben schien, aber auf jeder längeren Distanz Blasen von unschöner Größe und Hartnäckigkeit verursachte.


So bleibt der HOKAONEONE Clayton für mich hauptsächlich ein Trainingsschuh, um den Trainingsalltag eine wenig zu durchbrechen und meinen Wettkampfschuh zu schonen, mehr leider nicht.

Dagegen freue ich mich schon auf Clifton3 aus gleichem Hause, hier schlafe ich aufgrund der bevor-stehenden Modellpflege bereits heute ganz unruhig.

Bilder: Eigene

Disclaimer: Der Schuh wurde mir von HOKAONEONE unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Der Test spiegelt ausschließlich meine eigene Meinung wieder. 
Speziell bei Laufschuhen sind die Testergebnisse sehr individuell und ich empfehle jedem Läufer eine entsprechende Beratung in einem Fachgeschäft vor Ort.

Mittwoch, 11. Mai 2016

Gestatten? Der neue HOKAONEONE Vanquish 2

Er ist "der Neue" in der Serie der HOKAONEONE Road Shoes. Zu seinem Vorgängermodell hat der Vanquish 2 deutlich Gewicht gemacht und wiegt jetzt nur noch 300 g in Größe US10/D44 und liegt damit auf gleicher Höhe seiner Konkurrenten von Brooks und ist noch deutlich leichter als vergleichbare Asics Laufschuhe.


Optisch ist er ein Hingucker und man hat die Dual-Layer Midsole schön in das Gesamtkonzept hinein gepackt.


Bisher kannte ich aus dem Hause nur den Clifton 2, ein Schuh der mich anfangs überrascht und verwundert, später dann begeistert hat. Schließlich habe ich, sehr zu meiner eigenen Überraschung sogar den Rodgau 50 und gerade den Weiltalmarathon mit diesem Schuh erfolgreich bewältigt.

Doch nun zum meinem neuen Testschuh aus der angesagten amerikanischen Schuhschmiede.

Super komfortabel mit viel Raum im Vorfuß?
Das klingt maßgeschneidert für meine Plattfüsse. Straffer als der Conquest 2, dafür aber stärker gedämpft als der Clifton 2. Können meine Füße mit so viel Dämpfung auch etwas anfangen oder ist es dieses mal zuviel des Guten?


Zunächst trage ich den Vanquish 2 auf meinen Regenerationsläufen, in der Erwartung ihn bei meinen langen Grundlagenausdauerläufen einzusetzen. Positiv fällt mir als erstes die geringe Sprengung von lediglich 4 mm auf, mag meine Plantarsehne mit mehr nur noch ungern umgehen. Also wage ich auch den ein oder anderen längeren Lauf und alles ist gut.


Nahtlos gearbeiteter Schaft, komfortable Passform? 

Das kann man zweifellos behaupten. In der Zehenbox ist genügend Platz für meine Plattfüsse. Nichts kneift oder kratzt, ich fühle mich einfach wohl! Dazu die Schnürsenkel, die sich nicht von alleine öffnen.
Ich bin zufrieden!

Natürliches Laufgefühl mit viel Dynamik?
Erstaunlich direkt, manchmal sogar hart kommt mir die Sohle vor, so dass ich den Schuh lieber auf Waldwegen und in Parkanlagen als auf seinem bestimmungsgemäßen Untergrund Asphalt trage. Einen Aha-Effekt erlebt man, wenn man Tempo aufnimmt und auf dem Vorderfuß läuft. Hier hat der Vanquish2 tatsächlich wohl dank der vor den Ballen beginnenden Rockereinen sehr guten Abdruck und strahlt einiges an Dynamik aus.


Langlebig dank besonderer EVA-Zwischensohle?
Bisher hatte ich den Schuh auf knapp 200km im Einsatz, so kann ich zur angespriesenen Langlebigkeit, noch nicht allzuviel mitteilen. Das Profil jedenfalls zeigt bisher kaum Anzeichen von Abnutzung. Die Fersenkappe sieht zwar ein wenig seltsam eingeknickt aus, aber funktionell passt alles. Mindestens einen Lauf pro Woche bleibt der Schuh auf alle Fälle im Einsatz, den ein oder anderen längeren Lauf werde ich damit ebenfalls absolvieren.




Mittwoch, 13. Januar 2016

Stay high - Run Fast - Der HOKA ONE ONE CLIFTON 2 im Test

Die Werbung ist vollmundig:

Perfekte Passform durch nahtfreie No Sew Speedframe - Verstärkte Gummisohle mit Gripniveau auf befestigten Untergründen - Komfortabel dämpfende CMEVA-Zwischensohle mit Oversize Dämpfung - Early Stage Meta-Rocker Geometry.

Sie kann einen schon mal erschlagen, diese Werbesprache. Aber was steckt dahinter?



Das leichte und stylish-graue Obermaterial des Schuhs ist verklebt statt genäht und hat damit keine potentiellen Scheuerstellen.
Die weiche Gummisohle ist sehr profiliert und nur an wenigen Stellen mit abriebfestem Gummi verstärkt.

Das wird sicher in punkto Haltbarkeit im Langzeittest erst mal bestehen müssen. Die Sohle ist, eben das Markenzeichen der HOKA ONE ONE Schuhe extrem dick und auch optisch sehr gewöhnungsbedürftig. Die Geometrie soll mit der geringen Sprengung und der Sohlenform für ein gleichzeitig natürliches und stabiles Abrollverhalten sorgen.


Mit gerade einmal 235g in Größe 44 kommt der neue Clifton 2 daher. Doch kann dieser auffällige und besondere Schuh auch den besonderen Erwartungen stand halten?

Dies ist mein erster Kontakt mit der Schuhmarke HOKA ONE ONE. Ich habe die Schuhe zwar schon öfters bei mir bekannten Läufern gesehen und auch alle, die diese Schuhe liefen waren durchweg mehr als zufrieden, aber würde es mir genau so gehen?

Ich war nahezu 6 Monate verletzt und davon 4 Monate lauftechnisch völlig außer Gefecht. So kam es zu einem sehr jungfräulichen Kontakt mit einem völlig anderen Laufschuh.

Trotz der hohen Sohle liegt der Clifton 2 federnd leicht in der Hand und fühlt sich eben so am Fuß an. Ungewöhnlich und für mich völlig ungewohnt: Bei den Schnürsenkeln braucht man keinen Doppelknoten. Sie halten einfach. Warum geht das nicht auch bei anderen Herstellern?
Das Fußbett ist breit, genau richtig für meine Platt-, Senk- und Spreizfüße, allerdings fällt der Schuh recht groß aus. So muss ich die Schnürsenkel fest schnüren und die Schuhlasche passt auch nicht 100%. Ich würde beim nächsten Mal eine halbe Nummer kleiner wählen.

Wichtig für mich: Hat der Schuh für den Wiedereinstieg genügend Dämpfung und führt er meinen mittlerweile wieder ungeübten Fuß stabil genug ohne zu schwabbeln? Der gezackte Rundkurs auf unserer Hotelanlage stellte hohe Anforderungen an die Seitenkräfte und diese meisterte der Schuh nach anfänglichen Gewöhnungsproblemen souverän. Die Angst vorm Umknicken sank nach jeder durchlaufenen Kurve. Mein Tempo war niedrig, meine Schrittfrequenz aber hoch, der Schuh akzeptiert jede Laufstilkorrektur ohne murren.

Nach einigen gleichmäßig langsamen Testläufen wurde ich mutiger und fügte einige Steigerungsläufe in die Trainingsroutine ein. Der Abdruck veränderte sich und ist erwartungsgemäß längst nicht so direkt wie bei meinen Wettkampfschuhen von Brooks (Racer ST5), aber immer noch im akzeptablen Bereich. Durch die Leichtigkeit kann der Schuh auch hohe Tempi sehr gut vertragen.

So gingen also die ersten gut 50 Testkilometer mit kurzen Läufen zur Wiedereingewöhnung herum. Nachdem ich dann zu Hause mit einigen Schuhwechseln hin und her wieder mit langen Läufen begann, um "meinen" Rodgau50 bestreiten zu können, traf ich eine mutige Entscheidung:

Ich ließ die ursprünglichen Sohlen im Schuh und legte meine eigenen orthopädischen Sohlen darüber, so dass die Passform besser wurde (Danke an Christian Brenner für diese Idee)

Was als Experiment startete ist rund herum gelungen: Im Wettkampf werde ich, des direkteren Abdrucks wegen, zwar wieder zum Racer ST5 greifen, aber meine Langen Trainingsläufe gehören dem HOKA ONE ONE Clifton 2, mit dem ich immer besser zurecht komme.

Mittlerweile verstehe ich auch, warum HOKA ONE ONE bei Triathleten so beliebt ist. Siehe hier!

Abnutzungserscheinungen sind nach 260 km noch nicht zu erkennen, aber ich bin gespannt, ob der Schuh länger als die für meine Füße üblichen 600 km durchhält. Und das wird sich nach Lage der Dinge schon bald herausstellen!

Disclaimer: Dieser Schuh wurde mir unentgeltlich zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Dieser Testbericht gibt ausschließlich meine persönliche Meinung wieder. Gerade bei Laufschuhen sind die Empfindungen sehr individuell und ich kann jedem Läufer raten, sich unbedingt vorher im Fachgeschäft dazu beraten zu lassen.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Die TomTom Multisport Cardio - Uhr mit Licht und Schatten

Sie macht schon was her, die TomTom Uhr. Kein Tag vergeht, an dem nicht ein Kollege mich auf die Uhr an meinem Handgelenk anspricht.

Womit sie schon den ersten Pluspunkt gesammelt hat. Das Design spricht an und fällt auf. Der Chronometer ist absolut alltagstauglich im Gegensatz zu manchem Klopper aus der Mittelklassekonkurrenz.

Garmin Fenix2 im Vergleich
Ok, die Standardfarbe rot ist jetzt nicht unbedingt mein Geschmack, aber wer möchte, kann bereits aus einigen anderen Designvarianten seinen Favoriten (kostenpflichtig) auswählen. Der Verschluss ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig und ich brauche manchmal mehrere Versuche, um das Band zu schließen, aber wenn man die Löcher getroffen hat, hält die Uhr tadellos.

Damit kommen wir gleich zum größten Pluspunkt des Chronometers: Pulsmessung am Handgelenk ohne lästigen und evtl. scheuernden Pulsgurt. Kann das funktionieren? Ja, es kann und es tut!

Die Pulsmessung ist recht präzise
Vorausgesetzt man trägt die Uhr, wie von TomTom beschrieben unmittelbar hinter dem Knochen am Handgelenk und man gibt dem Sensor keine Chance auf seitlichen Lichteinfall.

Die verbaute Technik beruht auf zwei Lichtsensoren auf der Unterseite der Uhr, die aus der Fließgeschwindigkeit des Blutes die Herzfrequenz ermittelen und das funktioniert im Vergleich zu meiner Referenz, der Garmin fenix2 mit Brustgurt stabiler, zuverlässiger und mit deutlich geringeren Amplituden.


Gesteuert wird die Uhr über einen intuitiv zu bedienenen quadratischen Knopf, der fest mit dem Display verbunden ist, während das Armband komplett abgelöst und die Uhr auf den mitgelieferten Fahrradadapter oder den USB-Ladeadapter aufgesteckt werden kann.

Die Modi der Uhr umfassen LAUFEN, RAD, SCHWIMMEN, LAUFBAND und FREESTYLE und STOPPUHR. Wirklich benutzt habe ich nur LAUFEN und RAD.


Die ermittelten Daten in den einzelnen Modi sind sehr umfangreich und lassen wenig Wünsche offen. Lediglich die Anzeige der Daten lässt in der aktuellen Software (v. 1.8.19) doch noch einigen Raum für Verbesserungen.

In der Grundeinstellung kann ich mich für 2 Datenreihen entscheiden, die permanent auf dem Anzeigebildschirm erscheinen. Diese Anzeige ist immer noch relativ klein und für Menschen mittleren Alters mit beginnender Alterweitsichtigkeit kaum zu erkennen. Darunter wird in großen Lettern oder Zahlen ein Datenwert dargestellt, den ich mit dem Navigationsknopf verändern kann. Die Auswahl ist groß, leider kann ich die Reihenfolge aber nicht ändern und Daten, die mich nicht interessieren auch nicht ausblenden. So muss ich im ungünstigsten Fall den Up/Down Button bis zu 8x drücken, um von einem Wert zum anderen zu kommen. Autoscrolling bietet TomTom nicht an und das ist auch nicht geplant.


Leider gibt es in der aktuellen Softwareversion auch kein Auto-Pause, so dass man an jeder Ampel oder bei anderen Unterbrechungen den Pauseknopf manuell betätigen muss. Versehentlich gestartete oder falsch eingestellte Aktivitäten kann man leider auch direkt auf der Uhr nicht löschen. Sie bleiben im Speicher und können aus dem Aktivitätenprotokoll der Apps nur nach Upload gelöscht werden. Das ist umständlich und ärgerlich.
Außerdem kann man die Uhr nicht ausschalten, um Akkukapazität zu sparen. Laut Handbuch hält der Akku um die 10 Stunden, allerdings kann man sich zur Zeit auf die Ladeanzeige gar nicht verlassen. Bei mir sprang sie 2x von 3/4 voll auf leer in einer halben Stunde.


Innerhalb der Sportmodi kann ich verschiedene Trainingsarten auswählen: ZIELE, INTERVALLE, RUNDEN, ZONEN und RENNEN. Trainiert habe ich nur mit RUNDEN und INTERVALLE. Außer bei RUNDEN enthält das .tcx File keine KM-Splits und kann nur sehr oberflächlich ausgewertet werden.


Die Auswertung ist meines Erachtens sowieso ein großer Schwachpunkt. Kann ich auf der Uhr noch einfache Intervalle programmieren und auch abarbeiten, so erhalte ich keine vernünftige Daten, mit denen ich meinen Leistungsstand verifizieren könnte.
Nutzt man die Uploadfunktion via Bluetooth zum Smartphone erhält man anschließend auch keinerlei in andere Portale exportierbares Datenmaterial. Dazu muß man erst umständlich am Rechner die Basisdatei in iTunes suchen und in die Rechner-App reimportieren.
Gott sei Dank kann man die Daten direkt mit Strava und runkeeper synchronisieren, allerdings dekorrelieren die Streckenlängen mit runkeeper.
Überhaupt sind die aufgezeichneten Streckenlängen im Vergleich zu allen Garmin-Geräten zum Teil deutlich kürzer. Allerdings waren speziell bei den bestzeitenfähigen Strecken in Berlin und Offenbach die Distanzen außergewöhnlich präzise.

Hier mal ein Beispiel aus den letzten Wochen:


km Zeit Pace kcal
TomTom 7,34 00:45:47 06:14 553
Strava (via Sync) 7,70 00:45:34 05:55 646
Runalyze (via .gpx aus Strava) 8,00 00:46:07 05:45 676

Allen Schwächen zum Trotz habe ich die Uhr mittlerweile lieb gewonnen und trage sie bei fast jedem ruhigen Training. Auch bin ich die letzten Wettkämpfe inclusive dem Berlin-Marathon mit ihr gelaufen. So stehen die Chancen der Uhr auch für Frankfurt gut.

Ich kann nur hoffen, das TomTom zügig mit den Anpassungen und Verbesserungen voran kommt, dann haben speziell Anfänger aber auch ambitionierte Läufer viel Spass mit dieser Uhr

Donnerstag, 10. Juli 2014

Ein Tag im Brooks Headquarter

Ein Mal im Jahr lädt Brooks seine Laufblogger, kurz "Messenger, Ambassador oder Minister of Run Happy" anlässlich des Brooks Münster City Runs in sein Hauptquartier ein.
Das quirlige Universitätsstädtchen ist mit seiner schönen Altstadt geradezu ein für einen sportlichen 2 km Rundkurs, den wir am Abend 5x zu durchlaufen hatten, prädestiniert. Aber vorher stand ein Tag mit einer unglaublichen Menge an Informationen an.

Zuerst wurden die neuen Messenger in der Runde begrüßt. Die Brooks-Verantwortlichen haben in diesem Jahr schon eine sehr illustre und vielschichtige Gruppe zusammengestellt, die nach dem Firmenmotto #RunHappy und eben nicht nach Leistungsgedanken ausgewählt wurde. Und ich muss sagen, ich habe schon lange Zeit in solcher Runde nicht mehr so viel gelacht und so viel gelernt.

Zuerst führte uns Brooks-Athlet Hendrik Aufm'kolk in die Geheimnisse des Trailrunnings ein. Keine Modebewegung, auch wenn das viele Kritiker der Sportartikelhersteller gerne behaupten, sondern ein Trend zurück zur Natur, zum Ursprünglichen. Weg von der Jagd nach Bestzeiten auf betonierten flachen Rundkursen. Natürlich gibt es auch hier Wettkämpfe, aber die Motivation kommt eher durch die Nähe zur Natur und nicht durch Zuschauer am Wegesrand.
Natürlich hat Brooks hier mit den Modellen Cascadia und PureGrit zwei heiße Eisen im Feuer, wobei der PureGrit in der Version 3 zum ersten Mal die Anforderungen in Punkto Traktion und Griffigkeit erfüllt. Beide Schuhe haben einen relativ flachen Aufbau, der das Umknicken auf unebenem Terrain erschweren soll. Beide verfügen über eine Art Carboneinlage (Ballistic Rock Shield) in der Sohle, die das Eindringen von spitzen Steinen verhindert. Ansonsten ist es sicher eine Sache der Philosophie und des Gefühles, wer welchen Schuh bevorzugt.




Foto: Brooks
Anschließend gab uns Brad Fisher, der Footwear Merchandising Manager, einen Einblick in die Schuhkollektion für das nächste Frühjahr, von denen ich hier nur einige Highlights erwähnen möchte.
Da ist sicherlich der neue Launch zu nennen, der über einen neuartigen Aufbau verfügen wird. Eine Änderung, die dann in näherer Zukunft auch in den anderen Wettkampfschuhen, dem Racer ST5 und dem Racer T7 umgesetzt wird. Bei diesen Schuhen warten viele Nutzer sehnsüchtig auf Neuheiten. Zusätzlich wird auch das Frauenmodell noch spezifischer angepasst.




(c) Sven Zieseniß •Fotolounge• www.sven-zieseniss.de

Auch beim Adrenaline in der Version 15 gibt es einige Veränderungen, ebenso erwartet uns dann der Ravenna 6, ein Schuh zwischen Guidance und Normal, und ich muss sagen, er sieht gut aus und fühlt sich auch gut an. Sicher für viele pronierende Läufer "der" Wettkampfschuh, da er den goldenen Mittelweg zwischen Stabilität und Gewicht gefunden zu haben scheint.



(c) Sven Zieseniß •Fotolounge• www.sven-zieseniss.de


Die PureProject Reihe erhält einige, vor allem farbliche, Updates. Eine Reihe, die polarisiert. Man mag die Schuhe oder eben nicht. Schuhe mit wenig Sprengung, direktem Laufgefühl, die aber niemals sogenannte Natural Running Schuhe werden sollen.
Auch das Überraschungsmodell des Jahres 2014, der Transcend wird dann in der Version 2 an den Start gehen. Hier haben sich die Entwickler und Ingenieure anhand der Nutzerkritik an einigen Stellen neues und besseres einfallen lassen. Hierzu habe ich allerdings keine Meinung, da mir der Schuh, zumindest bisher, überhaupt nicht passt.
Da die Verkaufszahlen aber nicht lügen können, scheint hier eine Erfolgsstory vielleicht noch erfolgreicher weitergeführt zu werden.

Zum Abschluss präsentierte uns Sandra Beck von TomTom die Runner Cardio GPS Uhr vor, die wir alle in der nächsten Zeit auf Herz und Nieren testen dürfen. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich die Uhr gegen meinen Forerunner 410 schlagen wird. Der erste Eindruck allerdings scheint mir, bis auf die Farbauswahl recht positiv.

Nachdem wir uns schon mittags an einem leckeren Büffet gelabt hatten, ging es nach einigen Gruppenfotos und der obligatorischen Firmenführung zurück in die Stadt. Im Gasolin bereiteten wir uns mental auf den City Run vor. Kurz vor Beginn kam allerdings noch ein bisschen Hektik auf, als wir uns entgegen der vorherigen Ankündigung unsere Startunterlagen doch persönlich abholen mussten. Umziehen im Parkhaus, schnell noch auf die Toilette und schon mussten wir zum Start.

Leider habe ich mich dann von der Hektik ein wenig anstecken lassen und bin viel zu schnell gestartet. Damit hatte ich gleich zu viel Körner gelassen. Zumal durch den kurz vorher niedergegangenen Regen die Strecke extrem rutschig war. So quälte ich mich bei immer noch hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit über den Rundkurs. Die Stimmung war nicht schlecht, aber mir half sie nicht. So war dann die Nettozeit mit 45:58 eher unter meinen Erwartungen, aber der Platz 10 in der M50 hat dann doch alles relativiert.
Leider mussten wir dann bei einsetzendem Starkregen noch die Heimreise antreten, anstatt gemütlich auszulaufen und noch ein wenig zusammen zu sitzen. Trotz allem hat es einen riesigen Spaß gemacht und ich werde alles versuchen, um auch nächstes Jahr wieder dabei zu sein.

#runhappy !!!

Freitag, 30. November 2012

Brooks Messenger of Run Happy


Vor ein paar Wochen habe ich mich zum zweiten Mal als Brooks Messenger, also als Produkttester für deren Produkte beworben. Eigentlich hatte ich aufgrund der Anzahl der Bewerbungen und meiner Markenoffenheit nicht mit meiner Wahl gerechnet.

Deswegen traf ich gestrige Mail quasi aus heiterem Himmel.

Neben der Freude, jetzt „offiziell“ hochwertige Laufprodukte testen zu können ist es damit für mich an der Zeit, mich näher mit der Werbephilosophie des Unternehmens auseinander zu setzen.

Hier stehen sich die in Läuferkreisen oft bemängelte, vielfach als sektenhaft empfundene, Werbung und die Hochwertigkeit der Produkte gegenüber.

Schon mal vorab kann ich für mich folgendes vermerken:

Alle Brooks-Messenger, Ambassadors und Minister, die ich bisher schon persönlich kennen lernen durfte sind für mich bemerkenswerte und angenehme Persönlichkeiten, mit denen ich mich super verstehe. Ich habe keinerlei Bedenken, dass das bei den anderen nicht genauso der Fall ist. Ich freue mich auf Euch!

Zur Werbestrategie: Ist es wirklich besser, mit einem Millionenetat Fernseh-, Kino- und Internetwerbung zu schalten und genau zu wissen, dass der Werbeträger die Produkte überhaupt nicht nutzt? Oder glaubt jemand ernsthaft, die Fußballnationalmannschaft isst zum Frühstück nur Nutella? Bei zumindest einem namhaften Triathleten weiß ich, dass er die beworbene Nahrungsergänzung persönlich gar nicht nutzt.

Also was soll der Quatsch! Dann doch lieber echte Nutzerwerbung von Menschen, auf deren Meinung ich Wert lege, die ich anfassen, mit denen ich reden und schreiben kann!

Ich habe im Rahmen  meiner kurzen Lauferfahrung viele Marken getestet. Auch ohne dass ich jemals nur einmal Werbung dafür gemacht und alles selbst gekauft habe ist der AdrenalineGTS12 MEIN Lieblingstrainingsschuh, der RacerST5 MEIN Wettkampfschuh und das Silver Bullet Jacket MEINE ABSOLUTE Lieblingsjacke. Full Stop!!!

Ich hätte mich niemals beworben, wenn ich der Meinung wäre, ich müsste mich für die Berichte verbiegen und/oder sogar mit schlechtem Material herumlaufen.
 
In diesem Sinne #runhappy J