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Mittwoch, 15. Oktober 2014

Die TomTom Multisport Cardio - Uhr mit Licht und Schatten

Sie macht schon was her, die TomTom Uhr. Kein Tag vergeht, an dem nicht ein Kollege mich auf die Uhr an meinem Handgelenk anspricht.

Womit sie schon den ersten Pluspunkt gesammelt hat. Das Design spricht an und fällt auf. Der Chronometer ist absolut alltagstauglich im Gegensatz zu manchem Klopper aus der Mittelklassekonkurrenz.

Garmin Fenix2 im Vergleich
Ok, die Standardfarbe rot ist jetzt nicht unbedingt mein Geschmack, aber wer möchte, kann bereits aus einigen anderen Designvarianten seinen Favoriten (kostenpflichtig) auswählen. Der Verschluss ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig und ich brauche manchmal mehrere Versuche, um das Band zu schließen, aber wenn man die Löcher getroffen hat, hält die Uhr tadellos.

Damit kommen wir gleich zum größten Pluspunkt des Chronometers: Pulsmessung am Handgelenk ohne lästigen und evtl. scheuernden Pulsgurt. Kann das funktionieren? Ja, es kann und es tut!

Die Pulsmessung ist recht präzise
Vorausgesetzt man trägt die Uhr, wie von TomTom beschrieben unmittelbar hinter dem Knochen am Handgelenk und man gibt dem Sensor keine Chance auf seitlichen Lichteinfall.

Die verbaute Technik beruht auf zwei Lichtsensoren auf der Unterseite der Uhr, die aus der Fließgeschwindigkeit des Blutes die Herzfrequenz ermittelen und das funktioniert im Vergleich zu meiner Referenz, der Garmin fenix2 mit Brustgurt stabiler, zuverlässiger und mit deutlich geringeren Amplituden.


Gesteuert wird die Uhr über einen intuitiv zu bedienenen quadratischen Knopf, der fest mit dem Display verbunden ist, während das Armband komplett abgelöst und die Uhr auf den mitgelieferten Fahrradadapter oder den USB-Ladeadapter aufgesteckt werden kann.

Die Modi der Uhr umfassen LAUFEN, RAD, SCHWIMMEN, LAUFBAND und FREESTYLE und STOPPUHR. Wirklich benutzt habe ich nur LAUFEN und RAD.


Die ermittelten Daten in den einzelnen Modi sind sehr umfangreich und lassen wenig Wünsche offen. Lediglich die Anzeige der Daten lässt in der aktuellen Software (v. 1.8.19) doch noch einigen Raum für Verbesserungen.

In der Grundeinstellung kann ich mich für 2 Datenreihen entscheiden, die permanent auf dem Anzeigebildschirm erscheinen. Diese Anzeige ist immer noch relativ klein und für Menschen mittleren Alters mit beginnender Alterweitsichtigkeit kaum zu erkennen. Darunter wird in großen Lettern oder Zahlen ein Datenwert dargestellt, den ich mit dem Navigationsknopf verändern kann. Die Auswahl ist groß, leider kann ich die Reihenfolge aber nicht ändern und Daten, die mich nicht interessieren auch nicht ausblenden. So muss ich im ungünstigsten Fall den Up/Down Button bis zu 8x drücken, um von einem Wert zum anderen zu kommen. Autoscrolling bietet TomTom nicht an und das ist auch nicht geplant.


Leider gibt es in der aktuellen Softwareversion auch kein Auto-Pause, so dass man an jeder Ampel oder bei anderen Unterbrechungen den Pauseknopf manuell betätigen muss. Versehentlich gestartete oder falsch eingestellte Aktivitäten kann man leider auch direkt auf der Uhr nicht löschen. Sie bleiben im Speicher und können aus dem Aktivitätenprotokoll der Apps nur nach Upload gelöscht werden. Das ist umständlich und ärgerlich.
Außerdem kann man die Uhr nicht ausschalten, um Akkukapazität zu sparen. Laut Handbuch hält der Akku um die 10 Stunden, allerdings kann man sich zur Zeit auf die Ladeanzeige gar nicht verlassen. Bei mir sprang sie 2x von 3/4 voll auf leer in einer halben Stunde.


Innerhalb der Sportmodi kann ich verschiedene Trainingsarten auswählen: ZIELE, INTERVALLE, RUNDEN, ZONEN und RENNEN. Trainiert habe ich nur mit RUNDEN und INTERVALLE. Außer bei RUNDEN enthält das .tcx File keine KM-Splits und kann nur sehr oberflächlich ausgewertet werden.


Die Auswertung ist meines Erachtens sowieso ein großer Schwachpunkt. Kann ich auf der Uhr noch einfache Intervalle programmieren und auch abarbeiten, so erhalte ich keine vernünftige Daten, mit denen ich meinen Leistungsstand verifizieren könnte.
Nutzt man die Uploadfunktion via Bluetooth zum Smartphone erhält man anschließend auch keinerlei in andere Portale exportierbares Datenmaterial. Dazu muß man erst umständlich am Rechner die Basisdatei in iTunes suchen und in die Rechner-App reimportieren.
Gott sei Dank kann man die Daten direkt mit Strava und runkeeper synchronisieren, allerdings dekorrelieren die Streckenlängen mit runkeeper.
Überhaupt sind die aufgezeichneten Streckenlängen im Vergleich zu allen Garmin-Geräten zum Teil deutlich kürzer. Allerdings waren speziell bei den bestzeitenfähigen Strecken in Berlin und Offenbach die Distanzen außergewöhnlich präzise.

Hier mal ein Beispiel aus den letzten Wochen:


km Zeit Pace kcal
TomTom 7,34 00:45:47 06:14 553
Strava (via Sync) 7,70 00:45:34 05:55 646
Runalyze (via .gpx aus Strava) 8,00 00:46:07 05:45 676

Allen Schwächen zum Trotz habe ich die Uhr mittlerweile lieb gewonnen und trage sie bei fast jedem ruhigen Training. Auch bin ich die letzten Wettkämpfe inclusive dem Berlin-Marathon mit ihr gelaufen. So stehen die Chancen der Uhr auch für Frankfurt gut.

Ich kann nur hoffen, das TomTom zügig mit den Anpassungen und Verbesserungen voran kommt, dann haben speziell Anfänger aber auch ambitionierte Läufer viel Spass mit dieser Uhr

Donnerstag, 10. Juli 2014

Ein Tag im Brooks Headquarter

Ein Mal im Jahr lädt Brooks seine Laufblogger, kurz "Messenger, Ambassador oder Minister of Run Happy" anlässlich des Brooks Münster City Runs in sein Hauptquartier ein.
Das quirlige Universitätsstädtchen ist mit seiner schönen Altstadt geradezu ein für einen sportlichen 2 km Rundkurs, den wir am Abend 5x zu durchlaufen hatten, prädestiniert. Aber vorher stand ein Tag mit einer unglaublichen Menge an Informationen an.

Zuerst wurden die neuen Messenger in der Runde begrüßt. Die Brooks-Verantwortlichen haben in diesem Jahr schon eine sehr illustre und vielschichtige Gruppe zusammengestellt, die nach dem Firmenmotto #RunHappy und eben nicht nach Leistungsgedanken ausgewählt wurde. Und ich muss sagen, ich habe schon lange Zeit in solcher Runde nicht mehr so viel gelacht und so viel gelernt.

Zuerst führte uns Brooks-Athlet Hendrik Aufm'kolk in die Geheimnisse des Trailrunnings ein. Keine Modebewegung, auch wenn das viele Kritiker der Sportartikelhersteller gerne behaupten, sondern ein Trend zurück zur Natur, zum Ursprünglichen. Weg von der Jagd nach Bestzeiten auf betonierten flachen Rundkursen. Natürlich gibt es auch hier Wettkämpfe, aber die Motivation kommt eher durch die Nähe zur Natur und nicht durch Zuschauer am Wegesrand.
Natürlich hat Brooks hier mit den Modellen Cascadia und PureGrit zwei heiße Eisen im Feuer, wobei der PureGrit in der Version 3 zum ersten Mal die Anforderungen in Punkto Traktion und Griffigkeit erfüllt. Beide Schuhe haben einen relativ flachen Aufbau, der das Umknicken auf unebenem Terrain erschweren soll. Beide verfügen über eine Art Carboneinlage (Ballistic Rock Shield) in der Sohle, die das Eindringen von spitzen Steinen verhindert. Ansonsten ist es sicher eine Sache der Philosophie und des Gefühles, wer welchen Schuh bevorzugt.




Foto: Brooks
Anschließend gab uns Brad Fisher, der Footwear Merchandising Manager, einen Einblick in die Schuhkollektion für das nächste Frühjahr, von denen ich hier nur einige Highlights erwähnen möchte.
Da ist sicherlich der neue Launch zu nennen, der über einen neuartigen Aufbau verfügen wird. Eine Änderung, die dann in näherer Zukunft auch in den anderen Wettkampfschuhen, dem Racer ST5 und dem Racer T7 umgesetzt wird. Bei diesen Schuhen warten viele Nutzer sehnsüchtig auf Neuheiten. Zusätzlich wird auch das Frauenmodell noch spezifischer angepasst.




(c) Sven Zieseniß •Fotolounge• www.sven-zieseniss.de

Auch beim Adrenaline in der Version 15 gibt es einige Veränderungen, ebenso erwartet uns dann der Ravenna 6, ein Schuh zwischen Guidance und Normal, und ich muss sagen, er sieht gut aus und fühlt sich auch gut an. Sicher für viele pronierende Läufer "der" Wettkampfschuh, da er den goldenen Mittelweg zwischen Stabilität und Gewicht gefunden zu haben scheint.



(c) Sven Zieseniß •Fotolounge• www.sven-zieseniss.de


Die PureProject Reihe erhält einige, vor allem farbliche, Updates. Eine Reihe, die polarisiert. Man mag die Schuhe oder eben nicht. Schuhe mit wenig Sprengung, direktem Laufgefühl, die aber niemals sogenannte Natural Running Schuhe werden sollen.
Auch das Überraschungsmodell des Jahres 2014, der Transcend wird dann in der Version 2 an den Start gehen. Hier haben sich die Entwickler und Ingenieure anhand der Nutzerkritik an einigen Stellen neues und besseres einfallen lassen. Hierzu habe ich allerdings keine Meinung, da mir der Schuh, zumindest bisher, überhaupt nicht passt.
Da die Verkaufszahlen aber nicht lügen können, scheint hier eine Erfolgsstory vielleicht noch erfolgreicher weitergeführt zu werden.

Zum Abschluss präsentierte uns Sandra Beck von TomTom die Runner Cardio GPS Uhr vor, die wir alle in der nächsten Zeit auf Herz und Nieren testen dürfen. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich die Uhr gegen meinen Forerunner 410 schlagen wird. Der erste Eindruck allerdings scheint mir, bis auf die Farbauswahl recht positiv.

Nachdem wir uns schon mittags an einem leckeren Büffet gelabt hatten, ging es nach einigen Gruppenfotos und der obligatorischen Firmenführung zurück in die Stadt. Im Gasolin bereiteten wir uns mental auf den City Run vor. Kurz vor Beginn kam allerdings noch ein bisschen Hektik auf, als wir uns entgegen der vorherigen Ankündigung unsere Startunterlagen doch persönlich abholen mussten. Umziehen im Parkhaus, schnell noch auf die Toilette und schon mussten wir zum Start.

Leider habe ich mich dann von der Hektik ein wenig anstecken lassen und bin viel zu schnell gestartet. Damit hatte ich gleich zu viel Körner gelassen. Zumal durch den kurz vorher niedergegangenen Regen die Strecke extrem rutschig war. So quälte ich mich bei immer noch hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit über den Rundkurs. Die Stimmung war nicht schlecht, aber mir half sie nicht. So war dann die Nettozeit mit 45:58 eher unter meinen Erwartungen, aber der Platz 10 in der M50 hat dann doch alles relativiert.
Leider mussten wir dann bei einsetzendem Starkregen noch die Heimreise antreten, anstatt gemütlich auszulaufen und noch ein wenig zusammen zu sitzen. Trotz allem hat es einen riesigen Spaß gemacht und ich werde alles versuchen, um auch nächstes Jahr wieder dabei zu sein.

#runhappy !!!