Donnerstag, 10. September 2015

Trans-Siberian Extreme - Vortragsabend im Frankfurter Laufshop

Jost Wiebelhaus hatte geladen und viele kamen, um sich die Eindrücke seines Mitarbeiters Thomas John, der mit seinem Freund Johannes Rosenberger das Hammer Radrennen Transiberian Extreme erfolgreich absolviert hat, vermitteln zu lassen.


9.195 km von Moskau nach Wladiwostok, 15 Etappen an 23 Tagen, da muss man neben einer Top-Kondition auch eisernen Willen und die Neigung zur Selbstaufgabe haben.
Unterlegt von Videos und Bildern schildern die beiden Akteure und deren Betreuer ihre Erlebnisse auf und neben der Wettkampfstrecke. Dabei bleibt es trotz der relativ langweiligen "Wettkampfszenen" lustig und unterhaltsam, weil die beiden Sportler die Filmsequenzen mit lustigen Anekdoten und Geschichten unterlegen können.


Dass es die beiden geschafft haben, trotz einer relativ kurzen Vorbereitung als einzige reine Amateure im Feld zu bestehen, zeugt auch von einem perfekten Umfeld. So haben ihnen die Teammitglieder alle administrativen Aufgaben, wie Essen machen oder suchen, Kleidung bereithalten, das richtige Hotelzimmer finden, abgenommen.


Sie hatten also die einfachste Aufgabe und mussten "nur fahren". Der Pokal für den 2. Platz in der Teamwertung spricht da für sich.  Im Durchschnitt, so hören die Gäste, fuhren alle Teams letztendlich schneller als 30 km/h.
Wieder einmal ein Beweis, dass man als Einzelner sich  bei solchen Events nur dann behaupten kann, wenn man ein perfektes Team hinter sich hat.


Dass dieser Spaß nicht billig ist, davon können die beiden auch berichten, aber auch, dass das Rennen so gut verlief, dass es bei einer nochmaligen Teilnahme nur schlechter werden könne. Und so sind die beiden jungen Protagonisten noch auf der Suche nach einer neuen Aufgabe und sicher auf der Suche nach eventuellen weiteren Sponsoren.

Dem Frankfurter Laufshop kann man nur gratulieren, damit neben Florian Neuschwander, der gerade den Transrockies Run gewonnen hat, einen weiteren sportlichen Hochkaräter als Mitarbeiter zu haben

Montag, 24. August 2015

Ich werde noch zum Wutbürger

War doch klar! Das haben wir doch immer gesagt! Kein Wunder, wenn man es so übertreibt!

Die Kommentare meiner manchmal übergewichtigen und noch öfter absolut unsportlichen Kollegen und Bekannten gehen mir so langsam, aber sicher auf den Nerv.

Diese (zumindest unterschwellige) Schadenfreude, dass ich ein wenig über meine Grenzen hinaus- gegangen bin als Alimentierung der eigenen Unfähigkeit zur Disziplin und zur gesunde(re)n Lebensführung ärgert mich im zunehmenden Maße.


Ich kann mit meiner Verletzung umgehen, und ich weiß, dass man, wenn man etwas erreichen will, an seine Grenzen gehen muss und leider manchmal ein bisschen zu weit darüber hinaus, wie in meinem Fall.

Und ich habe die Signale nicht ignoriert, ich fühlte mich bis zum Vorabend des Auftretens der Beschwerden fit und motiviert, ja habe schmerzfrei sogar den schnellsten und besten Wettkampf meines Lebens absolviert.


NEIN, ICH HABE NICHT DIE ABSICHT, AB 60 BLUTVERDÜNNENDE MEDIKAMENTE ZU NEHMEN, WEIL ICH ANGST VOR EINEM HERZINFARKT HABEN MUSS!!!

NEIN, ICH WILL AUCH NICHT ZUR KUR MIT EINEM BANDSCHEIBENVORFALL, WEIL ICH MICH QUASI NIE VON MEINEM BÜROSTUHL WEGBEWEGE UND WENN DANN NUR, UM VOR DEM FERNSEHER PLATZ ZU NEHMEN!!!

NEIN, ICH BRAUCHE WEDER EINE NEUE HÜFTE NOCH NEUE KNIE, WEIL ICH 20 KG ZU VIEL MIT MIR RUMSCHLEPPE!!!

NEIN, ICH HABE KEINE RÜCKENSCHMERZEN, WEIL MEINE RUMPFMUSKULATUR VERKÜMMERT IST.

NEIN, MEINE LEBERWERTE SIND TOPP, WEIL ICH MEINEN STRESS NICHT IM ALKOHOL ERTRÄNKE, SONDERN MIT EINEM LAUF VERARBEITE!!!

NEIN, ICH HABE KEINE HERZRHYTHMUSSTÖRUNGEN, MEIN HERZ SCHAFFT ES, MEINEN KÖRPER MIT 40-50 SCHLÄGEN PRO MINUTE ZU VERSORGEN UND NICHT MIT 80-100!!!

NEIN, MEINE CHOLESTERINWERTE SIND IN ORDNUNG, WEIL ICH MICH VOLLWERTIG UND VORWIEGEND GESUND ERNÄHRE UND CONVENIENCE FOOD NICHT BRAUCHE!!!

NEIN, ICH HABE KEINE VERDAUUNGSPROBLEME, DA ICH GENÜGEND BALLASTSTOFFE ZU MIR NEHME!!!

NEIN, ICH KANN DIE ROUTINEFRAGEN DER ÄRZTE NACH DAUERHAFT ZU NEHMENDEN MEDIKAMENTE MIT NEIN BEANTWORTEN!!!

NEIN, LAUFEN IST KEINE SUCHT, LAUFEN IST EINE LEBENSEINSTELLUNG, DU MUSST ES NICHT NUR WOLLEN, DU MUSST ES LIEBEN!!!


UND JA, ICH KOMME WIEDER, STÄRKER, MENTAL UND KÖRPERLICH! IM MOMENT HABE ICH VIEL ZEIT, AN KRAFT UND FLEXIBILITÄT ZU FEILEN!!!

UND JA, ICH WERDE BEHUTSAM EINSTEIGEN UND NICHT ZU VIEL WOLLEN!


Da die Herbstmarathons sowieso abgehakt sind liegt mein nächster Fokus wieder auf dem Rodgau50- Ultramarathon im Januar. DER Treffpunkt schlechthin für meine Freunde und mich vom #twitterlauftreff.
Zurzeit halte ich mich mit Rennrad fahren fit  und werde ich in den nächsten Wochen meine neuen Einlagen testen und wieder kurze Strecken laufen.

Und glaubt mir, ich freue mich darauf, mehr als ein kleines Kind auf Weihnachten!

Hierzu zitiere ich gerne den Facebook Post von Martin Grüning, dem Chefredakteur (und Spitzenläufer) von RunnersWorld Deutschland

Laufen ist Lebensqualität.
Denn:
Laufen ist Herzenssache (im wahresten Sinne des Wortes).
Laufen ist Denksport (im wahrsten Sinne des Wortes; by the way: danke, an die Kollegen vom Spiegel für die letzte Titelgeschichte dazu).
Deshalb macht es Sinn, in jedem Alter um seine Lauffähigkeit zu kämpfen....
Dehalb tue ich bei der Behandlung von vermeintlichen Wehwehchen so, als ob ich morgen nochmal einen Marathon in 2:13 h laufen wollte.
Macht es ebenso.
Es lohnt sich.
Denn:
Laufen ist Lebensqualität.
Ich. Laufe. Heute. Wieder. Immer. Weiter.

Mittwoch, 5. August 2015

Scott Jurek - Eat & Run - Meine erste Buchkritik

Nachdem ich es endlich geschafft habe, im Urlaub "Eat & Run" von Scott Jurek zu lesen, hier nun auch die erste Buchkritik auf meinem Blog!

Ich lernte Scott auf einem von Brooks organisierten Kochevent am Vorabend des Berlin Marathon 2014 kennen und war sofort fasziniert.



Die Ausstrahlung des bescheidenen und angenehmen Menschen zog mich sogleich in ihren Bann. Ich wusste von seinen großen Erfolgen in der Ultraszene und dass er sich vegan ernährte, aber ansonsten hatte ich mich wenig mit seiner Person beschäftigt, so ließ ich alles auf mich zukommen.

An diesem Abend kochten wir Gerichte aus seinem Buch und ich kann versichern, alles war extrem schmackhaft.

Doch nun zu seinem Buch: Jedes der chronologisch geordneten xx Kapitel ist in etwa gleich aufgebaut. Einer anekdotalen Geschichte folgt ein mehr oder weniger bekannter Tipp rund um das Laufen (Krafttraining, Schrittfrequenz, Intervalle usw.), gefolgt von diversen veganen Rezepten, die speziell auf Läufer bzw. Ausdauersportler abgestimmt sind.



Man erfährt viel darüber, was diesen Mann antreibt und wie und warum er so erfolgreich geworden ist. Sein unbeugsamer Wille, gepaart mit enormem Wissen über Ernährung und Trainingslehre motiviert und regt zum Nachdenken an.

Talent alleine reicht sicher nicht, man braucht einen unbeugsamen Willen und scheinbar auch die Fähigkeit, körperliche Schmerzen weitestgehend ausblenden zu können. Das ist sicher oft wenig nachvollziehbar und auch nicht nachahmungsfähig für den Normalläufer.

Dennoch zeigt er die Richtung, was alles möglich ist, wenn man bereit ist, an seine Grenzen und manchmal auch ein wenig darüber hinaus zu gehen.

So entstand eine kurzweilige, informative und unterhaltsame Lektüre, kombiniert mit Rezepten, die ich auch als Nicht-Veganer gerne nachkochen werde.

Die enorme Belastung , der sich Scott, wohl in einer Kombination aus Konstitution und Ernährung aussetzt stehe ich persönlich zwar recht kritisch gegenüber, doch kann ich sagen, dass er gesund und fit in allen Belangen wirkt und daher ist das Buch umso faszinierender.



Gleichwohl erwartet Euch kein literarischer Bestseller, der durch Stil und Sprache glänzt, sondern eine leichte und angenehme Sommerlektüre.

P.S.: Vor kurzem hat Scott auf dem sogenannten Appalachian Trail einen neuen Rekord aufgestellt. Eine Distanz und eine Zeit, die im Grunde genommen so absurd irre ist, dass nur wenige Menschen sich überhaupt daran wagen (können).

Mehr darüber erfährst du hier